
Schildbau Teil 1:
Links seht Ihr den Schildrohling, bereits fertig gebogen, und bespannt mit Segeltuch. Warum teures Segeltuch ? Erstens ist es wasserabweisend, und entwickelt zweitens, bestreicht man es von außen auch mit Leim (der gute Ponal Wasserfest), eine furchtbar harte Oberfläche, die man sogar glatt schleifen kann. Was da am Rand so absteht, ist Rohhaut. Man bekommt ganz annehmbare Rohhaut, indem man sich gedrehte Hundekauknochen Größe 51 cm im Zoogeschäft besorgt... Danach weicht man sie ein, schneidet sie in Streifen von etwa 3-5cm Breite und voilá ! Man kann sie formidabel um den Schildrand nageln. Im Bild ist bereits eine Seite fertig genagelt und harret der Dinge, die da kommen.
Wie aber biegt man einen solchen Schild ? Und woher die Maße ? Und überhaupt ? Keine Frage, es erwies sich als komplex. Der Dura Euopos Schild, der diesem hier als Grundlage dient, entstammt dem 3. Jhd. n. Chr., ist also eigentlich für die Darstellung zu spät. Macht aber nix, sagen wir uns, die Panzerungen sind ja im 1.Jhd. auch noch nicht so weit verbreitet gewesen, und geschnürt wahrscheinlich auch nicht. Aber mangels Geld für's Kettenhemd (oder lorica hamata), muss es eben so gehen. Nun hat der ursprüngliche Schild die Außenmaße 106x86 cm. Wohlgemerkt über die Außenseite gemesen. D.h. : Man nehme zwei Birkenfurnierplatten aus dem Baumarkt mit entsprechendem Maß. Man nehme ferner einen Eimer Ponal Wasserfest, einen dicken Pinsel und alte Klamotten, des weiteren drei, besser vier Spanngurte (womit man normalerweise Sachen auf dem Dachgepäckträger sichert). Und dann beginnt die Sauerei. Eine Platte wird flächig und dick eingeschmiert mit Leim, die andere darübergelegt. Dann werden die Platten mittels der Spanngurte gebogen. Wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung der Gurte. Dann spannt man die Gurte so lange, bis einen Sehnenlänge von 75 cm entsteht. Verzieht sich der Schild dabei in der Vertikalen, hilft das diagonale Überspannen mit Panzerband auf der Innenseite. Danach läßt man das Monstrum zwei Tage durchtrocknen.
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